Landsmannschaft Darmstadtia Gießen

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Mensur – Das akademische Fechten

Mensur – Das akademische Fechten

Das akademische Fechten kann heute am besten als über 500 Jahre alter Extremsport beschrieben werden. Fest in unserem Studentenalltag verankert bleibt uns dieser erhalten und wird auch heute noch von mehreren tausend Studenten im deutschsprachigen Raum praktiziert.
Als pflichtschlagende Verbindung absolvieren unsere Mitglieder im Laufe ihres Studiums zwei Partien . Dabei wird nicht nur unser fechterisches Können, sondern auch unsere Überwindungskraft auf die Probe gestellt.

Also ist die Mensur bloß eine Art Mutprobe?

Das wäre zu einfach gesagt. Natürlich erfordert die Mensur ein Mindestmaß an Mut, doch in erster Linie handelt es sich um einen Sport. Eine Partie ist grundsätzlich als sportlicher Fechtvergleich zu sehen, bei dem ein Bundesbruder - sobald er dafür entsprechend vorbereitet ist - sich mit einem anderen „Waffenstudenten“ aus einer anderen Verbindung misst.
Wie bei jedem anderen Sport auch ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Regelmäßiges Training gehört also zu unserem Alltag.

Nimmt das nicht viel zu viel Zeit in Anspruch?

Wie bereits im Vorwort erwähnt ist uns ein guter Studienabschluss wichtig, auch das Fechten soll dem natürlich nicht im Wege stehen. Wir trainieren ca. vier Mal die Woche so etwa 45 Minuten, wobei dies meistens abends stattfindet. Es läuft so ab, dass die jüngeren von den erfahreneren lernen und zwei Mal die Woche schaut dann auch ein richtiger Fechtmeister vorbei. Dadurch, dass man miteinander trainiert, wird das auch nicht langweilig und gerade in der Klausurphase kann es durchaus erholsam sein, mal von Schreibtisch wegzukommen und sich 45 Minuten in der Fechtscheuer – so nennt sich der Trainingsraum bei uns in Hessischer Mundart– auszutoben.

Warum macht ihr das?

Die Antwort ist einfach: Es macht Spaß. Um in einem Sport etwas zu erreichen, muss es einem Spaß machen. Dann wird aus Pflicht sehr schnell ein Privileg. Viele Menschen bezahlen Unsummen, um sich mit einem Fallschirm aus einem Helikopter oder von einer Brücke zu stürzen. Bei uns ist das Adrenalin umsonst. Viele Studenten bezahlen teure Fitnessstudios um sportlich auf Trab zu bleiben. Wir trainieren zusammen, spornen uns an, helfen uns gegenseitig und bezahlen letzten Endes keinen Cent.
Ein weiterer Grund, den man anführen sollte, ist die Festigung des Zusammenhaltes. Jeder, der einmal bei einer Mensur dabei war, oder selbst auf der Matte stand, weiß, welche Anspannung herrschen kann. Wir trainieren zusammen, wohnen zusammen, leben zusammen. Wenn einer von uns auf der Matte steht und das eigene Herz beginnt zu rasen, dann spürt man was „In Unitate Robur“ wirklich bedeutet.